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Humangenetik

Direktor:
Prof. Dr. med. André Reis
Medizin 3, Humangenetik, Medizinische Fakultät, Uni-Klinikum

Experten vernetzen sich gegen Volkskrankheiten

Erlanger Wissenschaftler erforschen den Einfluss von Stoffwechselfaktoren auf Knochen- und Gelenkerkrankungen

Molekularbiologische Untersuchungen und klinische Beobachtungen haben gezeigt, dass Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels die Entstehung sowie den Krankheitsverlauf von entzündlichen Knochen- und Gelenkerkrankungen beeinflussen. Im Mittelpunkt des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligten interdisziplinären Forschungsverbund METARTHROS unter Leitung von Prof. Dr. Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3 am Universitätsklinikum Erlangen, steht nun die Erforschung der Zusammenhänge zwischen Gelenkerkrankungen, wie Arthritis und Stoffwechselstörungen wie bei Diabetes und Übergewicht.
Übergewicht, Diabetes und Entzündung bilden ein gefährliches Trio. Abb.: Medizinische Klinik 3

Wissenschaftliche Vorarbeiten des interdisziplinären Konsortiums zeigen, dass Übergewicht, Diabetes und Entzündung eine Allianz bilden. Dabei beeinflussen vor allem Stoffwechselfaktoren, wie Veränderungen der Energie- und Zuckerregulierung sämtliche Formen chronischer Gelenkerkrankungen. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl von Arthrose und Arthritis sowie Diabetes und Adipositas Erkrankten stark gestiegen. Die von chronisch entzündlichen Erkrankungen Betroffene leiden unter Schmerzen und eingeschränkter Mobilität, deren Folgen bis hin zum vorzeitigen Tod führen können. Aber auch aus sozioökonomischer Sicht haben diese Erkrankungen enorme Auswirkungen: erhöhte Ausfallzeiten, Arbeitsunfähigkeit und vorzeitiger Ruhestand verursachen hohe indirekte Kosten für das Gesundheitssystem.

"Es ist davon auszugehen, dass entsprechend dem demographischen Wandel in den kommenden 10 Jahren die Patientenzahlen weiter steigen. Dieser Entwicklung müssen wir entgegen wirken. Innerhalb des interdisziplinären Konsortiums werden Konzepte entwickelt, um zum einen die Behandlung von Patienten mit Arthritis zu verbessern und zum anderen Kennzeichen von Zivilisation-erkrankungen wie Diabetes und Übergewicht früher zu erkennen", sagt Prof. Dr.med. Georg Schett, Koordinator des Forschungsnetzes. "Hinter METARTHROS steht ein Konsortium aus Experten aus den Bereichen Rheumatologie, Diabetologie, Epidemiologie, Genetik, bildgebende Medizinphysik und Orthopädie. Durch die enge Kooperation dieser Fachleute können die wissenschaftlichen Ergebnisse schnell in medizinische Behandlungskonzepte umgewandelt werden", erklärt Prof. Dr. Georg Schett.

Dabei hat Erlangen eine leitende Rolle übernommen: neben der Medizinischen Klinik 3 werden das Institut für Humangenetik (Leitung: Prof. Dr. André Reis) sowie das Institut für Medizinische Physik (Leitung: Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Willi A. Kalender) an diesem Projekt arbeiten. Weitere Partner sind die Charité Berlin und die Universitäten Hamburg und Marburg-Gießen sowie das Deutsche Diabetes Zentrum in Düsseldorf und das Deutsche Rheumaforschungszentrum in Berlin.

Der an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg koordinierte Verbund METATHROS ist eins von acht bewilligten Großprojekten innerhalb des vom BMBF geförderten Forschungsnetzes muskuloskelettale Erkrankungen. Das BMBF fördert das nationale Forschungsnetz mit insgesamt 35 Millionen Euro über einen Zeitraum von 4 Jahren. Insgesamt bündeln 32 universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen ihre Kompetenzen, um die Ursachen von Gelenkerkrankungen zu erforschen und Behandlungsmethoden und Präventionsansätze zu verbessern.

Weitere Informationen:

Sandra Jeleazcov
Telefon: 09131 85-39109
E-Mail: sandra.jeleazcovatuk-erlangen.de

Quelle: uni | mediendienst | forschung  vom 17. Februar 2015

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