Chorea Huntington

Humangenetik

Direktor:
Prof. Dr. med. André Reis

Chorea Huntington

Huntington-Krankheit, Huntington Disease (HD)

OMIM: *143100

Die Chorea Huntington ist eine neurodegenerative Erkrankung mit autosomal-dominantem Erbgang. Charakteristisch ist ein progressiver Krankheitsverlauf mit Hyperkinesien, die sich später zu choreatiformen Bewegungsstörungen hin entwickeln können. Hinzu kommen Persönlichkeitsveränderungen bis hin zur Demenz. Neuropathologisch beobachtet man eine Degeneration von Neuronen, die präferentiell im Corpus striatum und im Cortex auftritt. Das sog. Huntingtin- (HD-) Gen beinhaltet bei Normalpersonen 10-34 aufeinanderfolgende CAG-Nukleotide im kodierenden Bereich, die im Huntingtin-Protein als Glutaminreste erscheinen. Bei Patienten mit klinischen Symptomen der Chorea Huntington findet man in nahezu 100% der Fälle eine pathologische Verlängerung dieser Nukleotidfolge auf 36-121 CAG-Tripletts. Nukleotidverlängerungen von 36-39 Tripletts werden als „Intermediärallele“ bezeichnet, da es Personen aus Chorea Huntington-Familien gibt, die mit dieser Triplettzahl bis ins hohe Alter keine Symptome der Erkrankung zeigen, während andere mit dieser Triplettzahl erkrankt sind. Dies ist wahrscheinlich auf eine reduzierte Penetranz der „Intermediärallele“ zurückzuführen. Überwiegend liegt das Manifestationsalter zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Je größer die Anzahl der Glutamine, desto stärker wird die Ausprägung des Krankheitsbildes und/oder desto früher die Erkrankung beginnen.

Inzidenz:

1:10.000

Erbgang:

autosomal dominant

Genort:

4p16.3

Gen:

Huntingtin

Ätiologie:

Repeat-Expansionen von CAG-Triplets

Mutation:

Expansion des CAG-Repeats im Exon 1 des HD-Gens
Normal 11-35 Tripletts
Expansion 38->100 Tripletts
intermediär 36-38 Tripletts

Indikation:

Symptomatische Patienten: Eine molekulargenetische Untersuchung sollte erst nach ausführlicher humangenetischer Beratung durch einen Facharzt eingeleitet werden.
Pränatale Diagnostik: nach Absprache
Ausschlußdiagnostik: nach Absprache

Achtung:

Prädiktive Diagnostik: Eine prädiktive Diagnostik wird auf der Grundlage der Empfehlungen der internationalen Huntingtonvereinigung (IHA) und des Weltverbandes der Neurologie (WFN) durchgeführt. Bitte nehmen Sie bei prädiktiven Fragestellungen VORAB Kontakt mit uns auf und informieren Sie die Ratsuchenden über das Procedere (s. Stellungnahme zur postnatalen prädiktiven genetischen Diagnostik der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit und ethische Fragen der Gesellschaft für Humangenetik e.V., medgen 12:376-377, 2000)
Molekulargenetik:

Die molekulargenetische Diagnostik wird an zwei unabhängigen Blutproben durchgeführt

Material: 2 x 2,7 ml EDTA-Blut
Methodik: Amplifikation des CAG-Repeats (Andrew et al., 1994. Hum Mol Genet 3:65-67), Auftrennung der Fragmente mit Hilfe eines automatischen Sequenzierers, Auswertung der Fragmentlängen mit Hilfe der GenScan und Genotyper Software (Applied Biosystems)

Dauer:

2 Wochen nach Probeneingang

 
Laborleiterin
Dr. rer. nat. Cornelia Kraus
Visitenkarte
 
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Zusammenfassung